Lebensmittel Nr. 1

Dass es ohne Wasser und Licht kein Leben auf unserem Planeten gäbe, leuchtet vielen ein. Wesentlich überraschender dürfte für manche allerdings die Tatsache sein, dass auch ohne Salz kein Leben möglich wäre: Salz reguliert den Wasserhaushalt und die Nierentätigkeit, stabilisiert den Kreislauf und ist ganz wesentlich an der Übertragung von Informationen über die Nervenbahnen beteiligt. Kein Wunder also, dass die Geschichte vom Salz immer eng mit der Geschichte des Menschen verwoben ist.

Die alten Germanen wussten es:

Salz verfügt über ganz besondere Eigenschaften. Früh erkannten die Menschen, dass dem Salz eine besondere Kraft innewohnt. Mit ihm konnte man der Verwesung und dem Zerfall toten Gewebes entgegen wirken und somit Fleisch und verderbliche Nahrung auf lange Zeit haltbar machen. Die Germanen erkannten im Salz gar etwas Göttliches, da sie im Salz die Vereinigung so gegensätzlicher Elemente wie Feuer und Wasser sahen. Diese Annahme kommt, wie wir heute wissen, nicht von ungefähr: Reines Salz besteht zur Hälfte aus Natrium und zur anderen Hälfte aus Chlorid. Wenn Wasser ins Spiel kommt löst es diese Verbindung. Wasser bildet mit Natrium die basische Natronlauge und mit Chlorid die saure Salzsäure. Beide sind in ihrer konzentrierten Form extrem ätzend und zerstörerisch. Aber in milderer, sprich mit Wasser verdünnter Form, zeigen sie ihren gegensätzlichen Charakter, wie ihn bereits die Germanen mit »Feuer und Wasser« beschrieben haben.
So gesehen erstaunt es auch nicht weiter, dass die Germanen in den Salzquellen heilige Plätze sahen, an denen sie dem Himmel nahe waren. Diese Orte nutzten sie auch zur Heilung.